Editorial #1

Editorial
Dies ist die Nullnummer einer anarchosyndikalistischen Streitschrift – vielleicht kann sie so etwas wie eine Theoriezeitschrift werden. Im Vordergrund soll hier aber die Auseinandersetzung mit dem revolutionären Unionismus und Syndikalismus stehen, um die Unterschiede dieser drei sozialrevolutionären Ansätz in der Arbeiterbewegung aufzuzeigen und deutlich zu machen.
Angriffspunkt unserer Kritik wird die gesamte gewerkschaftliche Linke sein, eingeschlossen die eigene anarchosyndikalistische Theorie & Praxis, soweit diese überhaupt vorhanden ist. Da wir eben dies bemängeln, legen wir auch größten Wert auf die vier sozialrevolutionären Essentials, als da sind:
Agitation – Organisierung – Bildung/Schulung – Emanzipation.
Wir schreiben ohne Scheuklappen – wir versuchen dabei, nicht unbedingt in Fettnäpfchen zu treten, aber es gibt keinen vorauseilenden Gehorsam gegenüber Organisationen oder Genoss/innen – uns eingeschlossen. Es gibt keine »Heiligen Kühe«, die wir nicht schlachten würden und diese Streitschrift ist pluralistisch im Sinne der Veröffentlichung auch gegensätzlicher Meinungen (untereinander oder gegenüber anderen Gruppierungen). Unstrittig ist dabei jedoch die kritisch-solidarische Nähe zur FAU-IAA, deren Entwicklung zu einer wahrhaft anarchosyndikalistischen Gewerkschaft wir mit allen Mitteln fördern wollen, auch wenn einige von uns -nicht mehr oder noch nie- Mitglied dieser Organisation sind oder waren. Das kann und wird sich auch wieder ändern.

Zum Inhalt dieser barrikade-Nullnummer
Themen dieser Probeausgabe sind die • Novemberrevolution 1918 (diese Erinnerung soll als kleine Reihe bis Ende 1919/2009 verfolgt werden), eine erste Auseinandersetzung um d#C0C0C0ie neu auftretenden • deutschen Wobblies (diese Polemik werden wir mit tCOCheoretischen Beiträgen über den Einfluß der IWW auf die deutsche Organisationsgeschichte der AAU – bzw. den Einfluß des deutschen Rätekommunisten Paul Mattick auf die Anfang der 30er Jahre in den USA darniederliegende IWW reflektieren). Hinzu kommen • längere Rezensionen aktueller Bücher zum Themenkomplex, das Streitthema • Einheitsorganisation und eine notwendige öffentliche Kritik an einem direkte aktion-Artikel über vermeintlichen • »Arbeiter-Zapatismus« in Mexiko und die angebliche • »Arbeiter-Kontrolle« und sozialistischen Kooperativen in Venezuela aus der dortigen anarchistischen Zeitung El Libertario. Das sollte dann als erstes Futter für die hoffentlich spannenden Diskussionen ausreichen. Als Herausgeber habe ich gewagt, von einem barrikade-»wir« zu schreiben. Das deshalb, weil bereits einige Genossen ihre Mitarbeit angeboten haben und bereits mitarbeiten – das soll ausgebaut werden zu einem virtuellen Redaktions-Kollektiv mit einem jährlichen Treffen mitten in der Republik.

Gesucht werden …
… Mitstreiter/innen und Übersetzer/innen – ob deutsch- oder fremdsprachig –
die auf interessante theoretische Arbeiten ebenso wie auf praktische Aktivitäten aus der sozial-revolutionären Gewerkschaftsbewegung aufmerksam machen. Wir bitten jedoch davon abzusehen, ohne Rücksprache Übersetzungen oder fertige Beiträge abzuliefern. Wir bitten zuerst um eine kurze Zusammenfassung und den Originaltext (pdf- oder rtf-Datei) resp. Internet-Hinweise (webpage). Umgekehrt würden wir uns freuen, wenn Genoss/innen einige unserer barrikade– Beiträge in Kurzform auf Englisch und/oder spanisch zusammenfassen könnten. Um doppelte Arbeit zu vermeiden, sollten sich die Helfer und Mitarvbeiterinnen mit ihrem Sprachschatz bei uns melden. Eine feste Mitarbeit soll mit 5 Exemplaren einer jeden barrikade-Ausgabe »honoriert«, werden; mehr lehnen wir ab, da wir kein kommerzielles Unterfangen sind.

Wir erwähnen und zitieren reale Namen nur dann,wenn sich die Autor/innen durch öffentliches Auftreten oder Presse-Interviews als Urheber zuordnen lassen.Ansonsten wahren wir natürlich die gewollte Anonymität und respektieren die gewünschten Pseudonyme.
Hamburg, Anfang November 2008 – neunzig Jahre später.
Isegrim Z.

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